Wer sein Handy repariert oder recycelt, der kann am Ende die Ressourcen schonen

Smartphone reparieren und recyceln

In den heutigen Smartphones stecken wertvolle Rohstoffe – wer die Geräte länger smartphone reparatur recyclingbenutzt, reparieren lässt oder recycelt, der kann am Ende Ressourcen sparen und schont somit auch die Umwelt. Viele elektronische Geräte, die unsere Alltagsbegleiter geworden sind, enthalten wertvolle Rohstoffe. Werden Laptops oder Smartphones entsorgt, so sorgt der Abbau der Materialien für hohe Umweltschäden. Wer seine Geräte reparieren lässt oder recycelt, der belastet somit auch nicht die Umwelt.

Heutzutage werfen wir die Sachen weg, bevor wir nur einen Gedanken daran verschwenden, das Smartphone, den Laptop oder den Fernseher reparieren zu lassen. Schon nach wenigen Monaten kaufen wir ein neues Smartphone – selbst dann, wenn unser altes Gerät noch funktionsfähig ist, wird es durch ein besseres Produkt ersetzt. Waschmaschinen, Kühlschränke oder Geschirrspüler haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 13 Jahren – Smartphones werden hingegen schon nach durchschnittlich 2 1/2 Jahren ausgetauscht.

Zahlen und Fakten zu den Recycelten Rohstoffen

Doch die Rohstoffe, die in den Smartphones stecken, werden immer seltener und somit auch wertvoller. In den Smartphones stecken Eisen, Aluminium, Kupfer, Zink und auch Nickel; selbst seltene Stoffe – wie etwa Tantal, Gold und Indium – befinden sich im elektronischen Alltagsbegleiter. Deutschland ist bei Erzen und Metallen von Importen abhängig, sodass die Industrie überhaupt mit Rohstoffen versorgt werden kann. Die Gewinnung und Veredelung hat extreme Auswirkungen auf die Umwelt. So verursacht ein Kilogramm Gold rund 17,9 Tonnen Co2-Äquivalente. Ein Kilogramm stahl verursacht nur 1,6 Kilogramm. Wer zudem einen Blick auf die Emissionen wirft, die im Zuge der Gewinnung und Veredelung auftreten, wird wohl seinen Augen nicht trauen: Gold sorgt für eine 60.000-fache höhere Gewässerbelastung als Stahl!

Auch verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass langlebige Produkte auch umweltfreundliche Produkte sind. Ein Laptop wird durchschnittlich vier bis sechs Jahre genutzt; die Gründe, warum das Gerät getauscht wird, haben sich jedoch drastisch verändert. 2012 gaben 25 Prozent der Konsumenten an, der Laptop sei defekt und müsse daher getauscht werden; 2004 waren es gerade einmal 7 Prozent, die sich einen neuen Laptop gekauft haben, weil das vorhandene Gerät einen technischen Defekt hatte. Heutzutage sollten die Geräte aber so konstruiert sein, sodass sie problemlos repariert werden könnten – hier wäre auch die Europäische Union gefragt, die eine Ökodesign-Richtlinie vorschreiben könnte. So würden Ressourcen und auch Verbraucher geschützt werden.

Die Konstruktion der Geräte sollte auch ein Recycling ermöglichen. Folgt man einer Studie zur Ökodesign-Verordnung für Geschirrspüler, so zeigt sich das tatsächliche Potential: Würde man die wertstoffhaltigen Komponenten leichter entnehmen können, so könnte man die weltweite Recyclingmenge für Silber um 247 Kilogramm, für Kupfer um 1.031 Tonnen, für Palladium um 27 Kilogramm und für Gold um 50 Kilogramm erhöhen. Am Ende würde ein wirtschaftlicher Gewinn zwischen 6,3 und 6,6 Millionen Euro entstehen.

Die lange Lebensdauer hätte auch einen Einfluss auf das Klima. Wird der Laptop fünf Jahre lang genutzt, so fallen rund 380 Kilogramm Co2 an. 55 Prozent entfallen auf die Herstellung – 36 Prozent entfallen nur auf die Nutzung des Geräts. Der Rest entfällt auf den Vertrieb und die Entsorgung des Produkts.

Auch das Smartphone darf nicht unterschätzt werden. In den Geräten finden sich zahlreiche Sonder- und Edelmetalle – sogenannte kritische Rohstoffe. Nicht etwa, weil sie selten vorkommen, sondern weil die Verfügbarkeit durch wirtschaftliche, technologische oder auch geopolitische Rahmenbedingungen begrenzt ist. Da die Nachfrage steigt, werden die Ressourcen extrem belastet. Zu den kritischen Rohstoffen gehören auch Konfliktrohstoffe wie Gold, Zinn, Tantal oder auch Wolfram. Die Minen, die sich hauptsächlich in Zentralafrika befinden, werden teilweise auch von den militanten Rebellengruppen kontrolliert – immer wieder kommt es zu Verletzungen der Menschenrechte. Die Erlöse aus der Rohstoffgewinnung werden in weiterer Folge für kriegerische Auseinandersetzungen und Gefechte verwendet.

Wie können die Verbraucher reagieren?

Erwirbt der Konsument ein neues Produkt, sollte er auf das Europäische Umweltzeichen oder auf ein Umweltsiegel achten. Diese Siegel stehen für Langlebigkeit, Recyclingfreundlichkeit und Reparierbarkeit.

Der Konsument sollte sich nach den Produktionsbedingungen erkundigen. So kann er vermeiden, dass er durch den Kauf die bewaffneten Konflikte unterstützt oder gar antreibt. Empfehlenswerte Initiativen sind unter anderem NagerIT oder Fairphone.

Die Geräte sollten möglichst lange genutzt werden. Nur in wenigen Fällen kann ein Austausch eines funktionierenden Produktes dazu führen, dass die Umwelt entlastet wird. Vorwiegend handelt es sich um Altgeräte, die in weiterer Folge gegen energieeffiziente Produkte getauscht werden.

Die Altgeräte sollten sachgerecht entsorgt werden. Smartphones landen immer wieder in der Schublade – nur dann, wenn sie auch richtig entsorgt werden, kann man sie auch recyceln. Durch das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz (kurz: ElektroG) ist die umweltgerechte Entsorgung noch einfacher geworden – so können Elektroaltgeräte auch direkt bei den Elektrogerätehändlern abgegeben werden.